Entwicklung und Einsatz von Risikoindikatoren

Viele Institutionen suchen nach Risikoindikatoren, die in Form eines Frühwarnsystems Hinweise auf Änderungen des Risikoprofils in Schlüsselbereichen geben können. Die Schwierigkeit besteht weiterhin darin, die für die Institution geeigneten und aussagekräftigen (also mit dem Risikoprofil angemessen korrelierten) Indikatoren zu identifizieren, und verlässliche Daten ohne allzu großen Aufwand regelmäßig bereitzustellen.

Um ein solches System zu finden, sollten zunächst die Schlüsselrisiken identifiziert werden, was in einem ersten Schritt mit Hilfe der Risikoereignisdatenbank und den Ergebnissen der Risiko-Assessments gemacht warden kann. Daraufhin muss jedes der so identifizierten Schlüsselrisiken danach analysiert werden, welche Indikatoren damit korrelieren und als Indikator für den Risikostatus genutzt werden können.

Die Risikoindikatoren können zwischen vorausschauenden (leading) und rückblickenden (lagging) Indikatoren unterschieden werden. Erstere ermöglichen die Beobachtung einer Änderung des Risikos noch vor dem Eintritt eines Risikoereignisses, während letztere helfen, ein bevorstehendes oder bereits eingetretenes Risikoereignis schnellstmöglich zu identifizieren, um so den möglichen Schaden zu minimieren. Mit jedem vereinbarten Indikator werden folgende Einzelheiten festgelegt:

  • Einteilung vorausschauend (leading) und rückblickend (laggig)
  • Ist der Indikator qualitativ oder quantitativ
  • In welcher Frequenz erfolgt die Erhebung
  • In welcher Frequenz erfolgt die Beobachtung
  • Auf welcher Detailebene erfolgt die Beobachtung (pro Arbeitsplatz, Abteilung, Zweigstelle, …)
  • Wie stark ist die Korrelation zu den zu überwachenden Risiken
  • Wie gut verfügbar sind die Daten
  • Wie verlässlich sind die Daten
  • Wann erfolgt eine Meldung an wen (z. B. mit einem Ampelsystem)
  • Wie praktikabel ist der Indikator (kann er z. B. automatisch oder nur manuell erhoben werden).

Die Schwierigkeit beim Aufbau eines nutzbringenden Systems zur Überwachung von Risikoindikatoren besteht in dem recht hohen Aufwand der Zusammenstellung eines guten Berichtes. Dabei ist oft nicht klar, ob der Aufwand zu einem angemessenen Nutzen führt, und sich die Investitionen in das System auch auszahlen. Dennoch gibt es zu einem solchen System keine Alternative – im Gegenteil - jede Institution sollte sich mit der entsprechenden Entwicklung befassen, um eigene wertvolle Erfahrungen sammeln zu können, welche den weiteren Aufbau der Risikomanagement-Prozesse unterstützt. In vielen Institutionen bereits eingesetzte Data-Warehouse-Systeme sollten es ermöglichen, hier rasch erste Ergebnisse zu erzielen.

Es sollte ergänzend erwähnt werden, dass Risikoindikatoren ein sehr effektives System zum Qualitätsabgleich der Ergebnisse aus Risiko-Assessments und der Einträge in der Risikoereignisdatenbank darstellen. Diese drei Komponenten sollten jeweils gemeinsam in einem System zum Management operationeller Risiken verwendet werden.

Unser Service Für Sie:

Durch die bei NomoRisk vorliegende Erfahrung im Aufbau von Risikomanagement-Systemen sind wir ein idealer Partner, um Ihre Institution bei der Entwicklung oder Überarbeitung des für Sie geeigneten Systems von Risikoindikatoren zu unterstützen.